Ablauf des Unternehmensverkaufs: Die 10 Schritte im M&A-Prozess

Der Unternehmensverkauf ist ein strukturierter Ablauf, der gut vorbereitet sein will. Ob Sie noch ganz am Anfang stehen oder bereits konkret planen: Das Verstehen der einzelnen Schritte ist der erste entscheidende Schritt.

Meist gibt es kein zweites Mal, es richtig zu machen. Wer die 10 Phasen kennt, die Fallstricke versteht und gut vorbereitet in den Ablauf geht, verkauft erfolgreicher. Diese Seite gibt Ihnen den vollständigen Überblick, transparent, praxisnah und auf Basis von mehr als 20 Jahren M&A-Erfahrung.

Unternehmensverkauf Ablauf: Die 10 Schritte im Überblick

Unternehmensverkauf Ablauf — Die 10 Schritte im Überblick | KP Tech 1 Unternehmensbewertung Was ist mein Unternehmen wert? 2–4 Wo. 2 Verkaufsvorbereitung Die Braut hübsch machen 6–24 Mon. 3 Verkaufsunterlagen Teaser, IM, Managementpräsentation 6–12 Wo. 4 Käuferidentifikation Long List & Short List 2–4 Wo. 5 Käuferansprache & NDA Vertrauliche Erstansprache 6–10 Wo. 6 Management-Präsentation Erstes persönliches Treffen 2–4 Wo. 7 Letter of Intent (LoI) Basis für die nächsten 90 Tage 1–3 Wo. 8 Due Diligence Offenlegung mit System 4–12 Wo. 9 Vertragsverhandlung & Closing SPA, Signing, Notartermin 6–12 Wo. 10 Post-Closing & PMI Wertrealisierung & Abschluss 3–12 Mon. Gesamtdauer: 6–36 Monate | Durchschnitt: 12–18 Monate
Wie lange dauert ein Unternehmensverkauf?
Ein strukturierter Unternehmensverkauf dauert in der Regel zwischen 6 und 18 Monaten, abhängig von der Vorbereitung, der Unternehmenskomplexität und dem Käuferkreis. Von KP Tech beratene Verkaufsmandate wurden zu über 90 % erfolgreich abgeschlossen. Ohne professionelle Begleitung scheitern sehr viele Firmenverkäufe.
📚 Weiterführende Artikel von KP Tech
→ Wie führt man einen Firmenverkauf optimal durch?

Einführender Artikel mit Überblick über die beiden Hauptphasen: Vorbereitung und M&A-Prozess.

→ Unternehmen verkaufen: Wie verkaufe ich mein Unternehmen erfolgreich?

Scheitergründe und Erfolgsfaktoren beim Unternehmensverkauf.


1. In 10 Schritten zum erfolgreichen Unternehmensverkauf

Jeder Unternehmensverkauf ist individuell; der Unternehmensverkauf Ablauf folgt jedoch einer bewährten Struktur. Hier finden Sie alle Phasen mit Zeitangaben, typischen Fallstricken und direkten Links zu den Detailseiten.

1
Unternehmensbewertung — Was ist mein Unternehmen wert?
ca. 2–4 Wochen
Eine realistische Wertspanne ist die Grundlage jeder Verhandlung. Wer zu hoch ansetzt, verliert Käufer. Wer zu niedrig ansetzt, verschenkt Geld.

In der M&A-Praxis sind zwei Bewertungsverfahren vorherrschend: das Multiplikatorverfahren (EBIT- oder EBITDA-Multiple) und das Discounted-Cashflow-Verfahren (DCF) — beide basieren auf den Grundsätzen des IDW S1. Beide liefern keine fixen Werte, sondern eine realistische Wertspanne. Einmalige Sonderfaktoren — wie überhöhte Geschäftsführergehälter oder nicht betriebsnotwendige Ausgaben — werden herausgerechnet und als „normalisiertes EBIT" dargestellt.

Parallel zur Bewertung identifiziert KP Tech konkrete Wertsteigerungspotenziale: Maßnahmen, die sich in einem Zeitraum von 6 bis 24 Monaten vor dem Verkauf umsetzen lassen und den erzielbaren Kaufpreis spürbar erhöhen.

Was bestimmt den Unternehmenswert wirklich?

  • Zukünftige Ertragskraft (EBIT/EBITDA): Käufer zahlen für die Zukunft, nicht für die Vergangenheit
  • Qualität des Managements: Ist das Unternehmen vom Eigentümer unabhängig?
  • Kundenbasis und Kundenbindung: Wie stark sind die Kundenbeziehungen an die Person des Gründers gebunden?
  • Technologische Differenzierung: Selbst entwickelte Software, Plattformen oder geschützte Eigenentwicklungen
  • Marktposition im DACH-Raum: Alleinstellungsmerkmal vs. austauschbares Angebot
  • Wettbewerb um das Unternehmen: Ein Bieterverfahren kann den Preis erheblich steigern
⚠ Wichtiger Hinweis zur Bewertungspraxis
Eine durch den eigenen Steuerberater erstellte Bewertung spiegelt häufig nicht den am Markt erzielbaren Preis wider. Nur ein erfahrener M&A-Berater kennt die relevanten Transaktionen der letzten 24 Monate und kann realistische Marktmultiples einschätzen.
2
Vorbereitung auf den Verkauf — Die Braut hübsch machen
6–24 Monate vorab
Unternehmensstrukturen, finanzielle Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlagen werden unter die Lupe genommen und gegebenenfalls optimiert. Der erzielbare Verkaufspreis ist umso höher, je unabhängiger das Unternehmen vom Gründer ist.

Im M&A-Jargon spricht man vom „Schmücken der Braut": die gezielte Vorbereitung des Unternehmens auf den Verkauf. Diese Phase ist optional, aber für viele mittelständische Unternehmen die wirkungsvollste Investition vor dem Verkauf.

KP Tech analysiert Ihre Ausgangslage systematisch und identifiziert die Hebel, die den größten Effekt auf die Bewertung haben. Wer kurzfristig verkaufen muss, kann den Ablauf in ein bis zwei Monaten starten, hat dann aber weniger Spielraum für Optimierungen.

Maßnahmen zur Wertsteigerung vor dem Verkauf

  • Ergebnisoptimierung: Trennung von privat genutzten Positionen aus dem Betriebsaufwand, Optimierung der EBIT-Marge
  • Bilanzstruktur verbessern: Abbau unnötiger Verbindlichkeiten, Optimierung des Working Capitals, Ausschüttung überschüssiger Liquidität, Ausgliederung von Pensionsverpflichtungen
  • Management unabhängig machen: Aufbau einer zweiten Führungsebene, die ohne den Gründer operiert
  • Kundenkonzentration reduzieren: Vermeidung von Abhängigkeiten (>30 % Umsatz mit einem Kunden)
  • Rechtliches Housekeeping: IP-Schutz, Gesellschafterverträge, arbeitsrechtliche Struktur bereinigen
  • Interne Due Diligence: Vorab alle kritischen Unterlagen prüfen, bevor ein Käufer sie sieht
KP Tech Erfahrung
Wir haben Verkäufer begleitet, die durch 12 Monate Vorbereitung den erzielten Kaufpreis um 20–40 % gegenüber dem Ausgangswert gesteigert haben. Oft sind es keine großen Strategieänderungen, sondern gezielte operative und bilanzielle Maßnahmen.
3
Verkaufsunterlagen erstellen — Ihre Erfolgsstory professionell aufbereitet
4–8 Wochen
Professionelle Unterlagen entscheiden darüber, ob ein Käufer ein Angebot abgibt oder das Unternehmen aussortiert. Es gibt kein zweites Mal für den ersten Eindruck.

Das Information Memorandum (IM) ist das zentrale Dokument des gesamten Verkaufsprozesses. Es stellt das Unternehmen in allen Facetten dar: strategisch, operativ und finanziell, und ermöglicht potenziellen Käufern eine fundierte erste Einschätzung. Ein gutes IM schafft Vertrauen, beschleunigt den Prozess und stärkt von Beginn an die Verhandlungsposition des Verkäufers.

Die drei zentralen Verkaufsunterlagen

1. Teaser (anonymisiertes Kurzprofil)

Ein ein- bis zweiseitiges Dokument, das potenzielle Käufer auf das Unternehmen aufmerksam macht, ohne es namentlich zu nennen. Inhalt: Branche, Geschäftsmodell, Kernangebot, Eckdaten (anonymisiert), Wachstumspotenziale und Alleinstellungsmerkmale.

2. Information Memorandum (IM / Exposé)

Wird nur nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitserklärung (NDA) herausgegeben. Enthält: Executive Summary, Unternehmenshistorie und Strategie, Produkte und Märkte, Organisation, Management, Personal sowie eine 5-Jahres-Finanzplanung.

3. Managementpräsentation

Dient dem persönlichen Gespräch mit Kaufinteressenten. Visuell ansprechend aufbereitet, ergänzt das IM um persönliche Einblicke und zeigt die Stärken des Management-Teams.

📚 Weiterführender Artikel
→ Information Memorandum — Financial Fact Book — Vendor Due Diligence Report

Ausführlicher Artikel zu den drei Dokumenttypen und deren Unterschieden.

4
Kaufinteressenten identifizieren — Long List & Short List
2–4 Wochen
Die Qualität der Käuferliste entscheidet über den Kaufpreis. Das Ziel ist nicht die maximale Anzahl von Interessenten, sondern die strategische Passung in Kombination mit Wettbewerb unter den Interessenten.

KP Tech erstellt zunächst eine Long List aller potenziell geeigneten Käufer auf Basis klar definierter Kriterien: Unternehmensgröße, Branchenfokus, Käufertyp und geografische Herkunft. Dabei setzt KP Tech KI-gestützte Software ein, die Targets nach Passgenauigkeit und bisheriger Akquisitionserfahrung gewichtet. Im zweiten Schritt wird die Long List zur priorisierten Short List verdichtet, je nach Transaktion weniger als 10 bis über 100 Targets.

Typen von Kaufinteressenten im Mittelstand

  • Strategische Käufer: Wettbewerber, Kunden oder Lieferanten, die Marktanteile, Technologie oder Kundenzugänge erwerben wollen
  • Finanzinvestoren / Private Equity: Beteiligungsgesellschaften, die stabilen Cashflow und Wachstumspotenzial suchen
  • Family Offices und MBI-Kandidaten: Vermögende Privatpersonen oder externe Manager, die in ein Unternehmen einsteigen wollen
  • Internationale Käufer: Strategische Käufer aus dem europäischen Ausland oder den USA, die den DACH-Markteintritt suchen
Wie KP Tech Käufer identifiziert
Wir kombinieren unser Netzwerk aus über 20 Jahren Beratungspraxis mit modernen KI-gestützten Recherchetools. Das Ergebnis ist eine umfassende Longlist, die anschließend gemeinsam mit dem Mandanten zur Shortlist verdichtet wird.
📚 Weiterführender Artikel
→ Long List — Short List beim Unternehmensverkauf

Erklärt den Prozess der Käuferidentifikation detailliert — mit Kriterien-Liste und KI-Hinweis.

5
Gezielte Ansprache & Vertraulichkeitserklärung (NDA)
6–10 Wochen
Aus der Short List werden echte Interessenten. Ziel dieser Phase: qualifizierte Angebote generieren, ohne dass Mitarbeiter, Kunden oder Wettbewerber von den Verkaufsabsichten erfahren.

KP Tech übernimmt die gesamte Kommunikation mit Kaufinteressenten. Die erste Kontaktaufnahme erfolgt ausschließlich über den anonymen Teaser. Erst nach Unterzeichnung des NDA erhalten qualifizierte Interessenten Zugang zum Information Memorandum. Auf Basis dessen werden indikative Angebote (Indicative Offers) eingeholt und verglichen.

Wie läuft die vertrauliche Käuferansprache ab?

  • Erstansprache: Anonymer Teaser, persönlich, per E-Mail oder Brief
  • Interessensbekundung: Käufer signalisiert grundsätzliches Interesse
  • NDA-Unterzeichnung: Rechtlich bindende Vertraulichkeitserklärung
  • IM-Versand: Vollständiges Information Memorandum wird übermittelt
  • Indikatives Angebot: Käufer gibt erste Kaufpreisvorstellung ab
Warum das Berater-Mandat hier so wichtig ist
Nur mit einem professionellen M&A-Berater kann eine große Anzahl potenzieller Käufer gleichzeitig vertraulich angesprochen werden, ohne dass der Markt, Mitarbeiter oder Wettbewerber etwas erfahren.
6
Management-Präsentation — das erste persönliche Treffen
2–4 Wochen
Hier entscheidet sich, ob Käufer und Verkäufer sowohl fachlich als auch menschlich zueinander passen. Wer gut vorbereitet in dieses Gespräch geht, schafft Vertrauen: die Grundlage jedes erfolgreichen Abschlusses.

Die Managementpräsentation ist das erste persönliche Treffen zwischen Verkäufer und potenziellem Käufer. KP Tech bereitet die Geschäftsführung gezielt vor: auf häufige Käuferfragen, kritische Themen und eine strukturierte Präsentation, die das Unternehmen, den Markt, die Finanzen und die Wachstumsperspektiven überzeugend verbindet.

Sind mehrere qualifizierte Interessenten gleichzeitig im Prozess, kann ein strukturiertes Bieterverfahren (Auktion) sinnvoll sein: Es erhöht den Wettbewerb unter Käufern und führt in der Regel zu höheren Preisen und besseren Konditionen.

Was in der Managementpräsentation typischerweise besprochen wird

  • Vorstellung des Managementteams und ihres Tätigkeitsgebiets
  • Deep-dive in Produkte, Dienstleistungen und Technologie
  • Kundenbasis, wichtigste Kundenbeziehungen und Vertriebsstruktur
  • Wachstumspotenziale und strategische Optionen nach dem Kauf
  • Finanzplanung und Annahmen dahinter
  • Persönliche Ziele des Verkäufers für die Übergangsphase
📚 Weiterführender Artikel
→ Das Bieterverfahren aus Sicht der Verkäufer

Erklärt das Auktionsverfahren als Alternative zur Einzelverhandlung.

7
Letter of Intent (LoI) — die Basis für die nächsten 90 Tage
1–3 Wochen
Der LoI kostet wenig Zeit und spart enorm viel. Wer KO-Kriterien erst im Kaufvertrag klärt, riskiert den Abbruch nach Wochen intensiver Arbeit.

Der Letter of Intent (LoI) ist eine schriftliche Absichtserklärung, in der Käufer und Verkäufer die wesentlichen Eckpunkte der geplanten Transaktion festhalten. In Deutschland rechtlich nicht bindend, ist er dennoch ein wichtiger Meilenstein: Er legt Kaufpreis, Struktur und Exklusivität fest und schützt beide Seiten vor teuren Überraschungen in der Schlussphase.

Was ein guter Letter of Intent enthält

  • Indikative Kaufpreisvorstellung (Enterprise Value)
  • Überleitung Enterprise Value zu Equity Value (Bridge: Netto-Cash/Schulden-Bereinigung)
  • Transaktionsstruktur: Share Deal oder Asset Deal
  • Exklusivitätsklausel: Zeitraum, in dem mit keinen anderen Käufern verhandelt wird
  • Due-Diligence-Zeitplan und Umfang
  • Wesentliche Bedingungen (Conditions Precedent)
⚠ Praxishinweis: Enterprise Value vs. Equity Value
Ein häufiger Stolperstein im LoI ist die Verwechslung von Enterprise Value (Gesamtwert des Unternehmens) und Equity Value (was der Verkäufer tatsächlich erhält). Die Brücke zwischen beiden hängt von Netto-Cash, Finanzverbindlichkeiten und Working-Capital-Anpassungen ab. KP Tech strukturiert diese Überleitung in jedem LoI explizit zum Schutz unserer Mandanten.
📚 Weiterführende Artikel
→ Letter of Intent — Warum ein LoI unbedingt abgeschlossen werden sollte

Inhaltlich sehr stark mit Hinweisen zu Salamitaktik, Deal-Breakern und typischen LoI-Inhalten.

→ Cash free / Debt free Regelungen in M&A-Verträgen

Ergänzender Link zur LoI-Phase.

8
Due Diligence — Offenlegung mit System
4–12 Wochen
Die Due Diligence ist die Phase, in der viele Transaktionen neu verhandelt oder abgebrochen werden. Eine proaktive interne Vorbereitung ist der beste Schutz und reduziert das Risiko von Preisanpassungen.

Die Due Diligence (DD) ist die tiefgreifende Prüfung des Unternehmens durch den potenziellen Käufer und seine Berater. Ein erfahrener M&A-Berater erstellt die Struktur des Datenraums und koordiniert die Informationsweitergabe sowie das Q&A-Verfahren.

Due-Diligence-Bereiche im Überblick

  • Financial DD: Prüfung von Jahresabschlüssen, Planungsrechnung, Cashflow und Working Capital
  • Legal DD: Gesellschaftsstruktur, Verträge, IP, Lizenzen, laufende Rechtsstreitigkeiten
  • Tax DD: Steuerliche Risiken, latente Steuern, offene Betriebsprüfungen
  • Commercial DD: Marktposition, Wettbewerb, Kundenbindung, Vertriebsstrukturen
  • Tech/IT DD: Infrastruktur, Software, Datensicherheit, besonders relevant im Tech-Sektor
  • HR DD: Schlüsselpersonen, Verträge, Pensionsverpflichtungen
⚠ Praxishinweis
Identifizierte Risiken führen häufig zu Kaufpreisanpassungen oder zu Gewährleistungsklauseln im Kaufvertrag. Eine sorgfältige interne Due Diligence vorab reduziert dieses Risiko erheblich.
📚 Weiterführender Artikel
→ Warum sind digitale Datenräume bei der Due Diligence heute der Standard?

Erklärt die Rolle des virtuellen Datenraums — inkl. DSGVO-Sicherheit und Zeitersparnis.

9
Vertragsverhandlung & Closing
4–8 Wochen
Der Kaufvertrag (SPA) ist komplex. Die Verhandlung erfordert M&A-Erfahrung — KP Tech sichert Ihre Interessen und koordiniert alle Beteiligten.

Die finale Phase umfasst die Verhandlung und Unterzeichnung des Kaufvertrags (Sales and Purchase Agreement, SPA) sowie die rechtswirksame Übertragung der Unternehmensanteile (Closing). Viele Verkäufer unterschätzen diese Phase und schalten zu spät den falschen Anwalt ein. Ein auf M&A spezialisierter Rechtsanwalt ist hier zwingend erforderlich: Der Hausanwalt ist selten die richtige Wahl.

Kernpunkte der Kaufvertragsverhandlung

  • Definitiver Kaufpreis und Mechanismus zur Kaufpreisanpassung (Locked-Box oder Completion Accounts)
  • Gewährleistungen und Freistellungen (Representations & Warranties)
  • Earn-out-Regelungen: Leistungsabhängige Kaufpreiskomponenten für die Übergangsphase
  • Wettbewerbsverbote (Non-Compete) für den Verkäufer
  • Übergangsregelungen: Verbleib des Gründers als Berater oder Manager
  • Aufschiebende Bedingungen (Conditions Precedent): z. B. kartellrechtliche Freigabe

Signing & Closing

Nach Unterzeichnung des Kaufvertrags (Signing) folgt das Closing, die tatsächliche Übertragung der Anteile. Ein Share Deal muss in Deutschland notariell beurkundet werden. Mit dem Closing ist der Unternehmensverkauf rechtlich vollzogen. Der wirtschaftliche Abschluss folgt in Schritt 10.

⚠ Praxishinweis: Earn-out — Chancen und Risiken
Earn-out-Klauseln sind verlockend, wenn Käufer und Verkäufer sich beim Preis nicht einigen können. In der Praxis führen sie jedoch häufig zu Streitigkeiten über Berechnungsgrundlagen und Reporting-Pflichten nach dem Verkauf. KP Tech empfiehlt Earn-outs nur dann, wenn die Berechnungsbasis einfach, messbar und kaum manipulierbar ist.
📚 Weiterführende Artikel
→ Deal Breaker bei Unternehmenskaufverträgen — Beispiele

Typische KO-Kriterien in Vertragsverhandlungen.

→ Alternativen zum Unternehmenskauf: Asset Deal vs. Share Deal

Hintergrundlink zur Vertragsstruktur.

10
Post-Closing & Integration (PMI)
3–12 Monate
Der Notartermin markiert das rechtliche Closing — nicht das Ende des M&A-Prozesses. Gerade bei Earn-outs und Rückbeteiligungen entscheidet die Post-Closing-Phase über den endgültigen wirtschaftlichen Erfolg.

Während die Post-Merger Integration für den Käufer im Vordergrund steht, liegt der Fokus für Sie als Verkäufer auf der Wertrealisierung und einem wirtschaftlich sauberen Abschluss.

Zentrale Aktivitäten im Post-Closing

  • Earn-out Monitoring: Laufende Überwachung der vereinbarten KPIs und Sicherstellung einer transparenten, manipulationssicheren Berichterstattung durch den Käufer
  • W&I Administration: Finalisierung der Warranties & Indemnities-Versicherungspolice und Dokumentation zur dauerhaften Eliminierung der persönlichen Haftung des Verkäufers
  • Management Retention: Bindung von Schlüsselmitarbeitern und Aufbau von Retention-Paketen zur Sicherung der Stabilität während der Integrationsphase
  • Handover-Management: Strukturierte Übergabe der operativen Verantwortung gemäß den vertraglichen Vereinbarungen
  • Rückbeteiligung & Governance: Ausgestaltung der neuen Gesellschafterrolle, von Beiratsmandaten bis zur Definition von Reporting- und Mitspracherechten bei Teilverkäufen
  • Abschlussdokumentation: Vollständige Zusammenführung aller Transaktionsdokumente: SPA, Closing-Protokoll, W&I-Police, Earn-out-Vereinbarungen
KP Tech Erfahrung
Earn-out-Streitigkeiten gehören zu den häufigsten Post-Closing-Konflikten, insbesondere wenn EBITDA-basierte KPIs nach der Übernahme durch den Käufer beeinflusst werden können. Eine vertragliche Präzisierung der Berechnungsbasis und ein aktives Monitoring sind deshalb kein Komfort, sondern Wertschutz.

2. Wie lange dauert ein Unternehmensverkauf?

Die häufigste Frage und die ehrlichste Antwort: Es kommt darauf an. Auf Vorbereitung, Komplexität, Käufermarkt und Ihre Entscheidungsbereitschaft. Hier ist eine realistische Orientierung:

Phase Typische Dauer Inhalt
Vorbereitung 1–24 Monate Bewertung, Wertsteigerung, Unterlagenaufbau
M&A-Prozess 6–12 Monate Käufersuche, IM, Angebote, LoI, DD, SPA
Closing 1–2 Monate Finale Vertragsverhandlung, Notartermin, Übergabe
Post-Closing (PMI) 3–12 Monate Earn-out-Monitoring, W&I-Administration, Handover, Abschlussdokumentation
Gesamt 6–36 Monate Je nach Ausgangssituation, Ø 12–18 Monate realistisch (inkl. Post-Closing)

3. Häufige Fragen zum Unternehmensverkauf Ablauf

Wie lange dauert ein Unternehmensverkauf?

In der Regel 6–18 Monate von der ersten Bewertung bis zum Closing. Die Vorbereitung kann darüber hinaus bis zu 2 Jahre in Anspruch nehmen, wenn das Unternehmen erst auf den Verkauf vorbereitet werden soll. Kurzfristige Transaktionen sind je nach Ausgangslage in 3–6 Monaten möglich.

Was ist der wichtigste Schritt beim Unternehmensverkauf?

Die Vorbereitung, sowohl die Unternehmensbewertung als auch die strategische Verkaufsvorbereitung. Wer gut vorbereitet ist, erzielt höhere Preise, findet schneller Käufer und vermeidet teure Überraschungen in der Due Diligence.

Was ist ein Letter of Intent (LoI)?

Der LoI ist eine rechtlich weitgehend unverbindliche Absichtserklärung des Käufers, welche die wichtigsten Parameter der geplanten Transaktion festhält, insbesondere Kaufpreis, Struktur und Exklusivitätszeitraum für die Due Diligence. Der LoI schützt beide Seiten vor späteren Missverständnissen.

Wann sollte ich einen M&A-Berater einschalten?

So früh wie möglich, idealerweise 12–24 Monate vor dem geplanten Verkauf. Ein erfahrener M&A-Berater kann in dieser Phase Maßnahmen zur Wertsteigerung identifizieren und die Vorbereitung professionell steuern. Je später der Einstieg, desto weniger Spielraum bleibt für Optimierungen.

Was kostet ein Unternehmensverkauf?

Die Kosten bestehen aus einer Erfolgsprovision (Success Fee), die in der Regel zwischen 2–5 % des Transaktionswertes liegt, sowie monatlichen Beraterhonoraren (Retainer) für die Vorbereitung und Erstellung der Unterlagen. Hinzu kommen Kosten für den Datenraum, Anwalt, Steuerberater und ggf. Notar.

Was passiert, wenn ein potenzieller Käufer die Vertraulichkeit bricht?

Das NDA (Non-Disclosure Agreement / Vertraulichkeitsvereinbarung) schützt Verkäufer rechtlich vor Missbrauch der offengelegten Informationen. KP Tech steuert den Informationsfluss im Prozess aktiv — sensible Daten werden erst nach NDA-Unterzeichnung an den Kaufinteressenten weitergegeben.


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